Eine Schatzkarte für Führungskräfte: Die Wellbeing-App eines Startups bringt zurückhaltende Esten zum Reden
Diesmal berichten wir im Blog über das Gespräch zwischen Johanna Adojaan und Pille im estnischen FoundME.io-Podcast.
Unabhängig von der Art des Unternehmens und der Branche gibt es Fragen, die Führungskräften unangenehm sind oder für die ihnen schlichtweg die Zeit fehlt – die aber keineswegs weniger wichtig sind.
„Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, wirklich einbezogen zu werden und dass ihr Beitrag etwas bewirkt, werden sie nicht müde, Feedback zu geben – schließlich geht es um ihr Leben“, bekräftigt Pille Parind-Nisula, Sales and Growth Manager des Start-ups Moticheck.
Das Stellen vielfältiger Fragen aus unterschiedlichen Bereichen hilft Führungskräften, blinde Flecken, zusätzliche Chancen und Nuancen zu erkennen, die das Unternehmen erfolgreicher machen und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden steigern können.
Motichecks Growth and Sales Manager berichtete von einer überraschenden Nuance, die sich auf dem estnischen und finnischen Markt gezeigt hat: Die Menschen in den nordischen Ländern sind oft so zurückhaltend, dass es ihnen schwerfällt, eigene Vorschläge offen in einem Team-Meeting einzubringen. Wenn Mitarbeitende jedoch die Möglichkeit haben, dies einfach und anonym zu tun, sprudeln sie oft nur so vor Ideen.
Laut Parind-Nisula müssen zeitgemäße Entwicklungsgespräche erhalten bleiben; selbst die beste Technologie kann ein persönliches Vier-Augen-Gespräch mit der Führungskraft nicht ersetzen. Allerdings hängen der Geschäftserfolg und dessen Zukunftsfähigkeit davon ab, ob die Mitarbeitenden zufrieden und motiviert sind und gerne im Unternehmen arbeiten – diesem Punkt sollte daher große Aufmerksamkeit gewidmet werden. „Die Zeiten sind herausfordernder geworden, und wir müssen uns viel intensiver um unsere Mitarbeitenden kümmern“, betonte sie.
Dabei dürfen wir auch die Führungskräfte selbst nicht vergessen. „Als Führungskraft sollte man immer zuerst die eigene Sauerstoffmaske aufsetzen – damit fängt alles an“, unterstrich Parind-Nisula.
Erfahren Sie im Interview, was es grundsätzlich bedeutet, das Arbeitsleben transparent abzubilden, wie man beim Einholen von Feedback stets den Praxisbezug behält, wer die größten Wettbewerber sind und welchen Rat die Management-Expertin sowohl für angehende Start-up-Führungskräfte als auch für erfahrene Manager bereithält.
Das Interview führte Johanna Adojaan.
Kontaktieren Sie Pille gerne auf LinkedIn, falls Sie kein Estnisch sprechen und wissen möchten, worüber gesprochen wurde. Die Sendung auf Estnisch können Sie hier anhören.